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Nikolaus Wildner

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correspondent @ORF (Austrian Broadcasting Corporation) in Israel/Palestinian Territories; also linguist and teacher @polisjerusalem

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Der österreichische Ex-Skirennläufer und Aktivist Julian Schütter ist auch an der Neuauflage der „Global Sumud Flotilla“ (ursprünglich) in Richtung Gaza beteiligt, und er nutzt diese Gelegenheit, um sein Publikum mit einem Update seiner Weltanschauung und seiner Mission zu versorgen. Laut Schütter steht die „Global Sumud Flotilla“ stellvertretend für eine Welt, die zunehmend zum Opfer einer „sich ausbreitenden kolonialen Besatzung“ und der „imperialen Unterdrückung der Epstein-Klasse“ wird, während letztere „getrieben wird von ihrer zionistischen Ideologie und den Zwängen des Kapitalismus“. In einem anderen Ausschnitt erklärt Schütter, in einem scheinbaren Widerspruch, dass der „koloniale Kern“, der offenbar auch sein Land, Österreich, umfasst, für die Ausbreitung „der Verbrechen und des Terrors“ [der „Epstein-Klasse und ihrer zionistischen Ideologie“] mitverantwortlich ist, weil der „koloniale Kern“ diese „Barbarei“ nicht stoppt. Dazu Schütter: „An dieser Degeneration unserer Gesellschaft beteiligen wir uns nicht.“ Schütter hat damit gedanklich den nächsten Schritt vollzogen: Der Staat Israel, dessen Namen er, möglicherweise bewusst, über weite Strecken nicht in den Mund nimmt, ist in Schütters Weltanschauung nicht mehr bloß Teil bzw. Außenposten des „kolonialen Kerns“, sondern mittlerweile eine Bedrohung sogar für den „kolonialen Kern“ selbst geworden - und damit für die gesamte Menschheit. Diese postulierte globale Bedrohung durch die „Epstein-Klasse“ und ihrer „zionistischen Ideologie“ hebt somit auch das Machtgefälle zwischen dem „kolonialen Kern“ und der „indigenen Bevölkerung des besetzten Palästina“ auf, da diese beiden Gruppen, laut Schütter, jetzt in Solidarität gegen eine angeblich global ausgeübte „zionistische imperialistische Unterdrückung“ ankämpfen müssen [Schütter: „für meinen Geschmack am liebsten in revolutionären sozialistischen Organisationen“], um eine Zukunft der Menschheit in Freiheit und Frieden noch zu retten - bevor es zu spät ist.

Der österreichische Ex-Skirennläufer und Aktivist Julian Schütter ist auch an der Neuauflage der „Global Sumud Flotilla“ (ursprünglich) in Richtung Gaza beteiligt, und er nutzt diese Gelegenheit, um sein Publikum mit einem Update seiner Weltanschauung und seiner Mission zu versorgen. Laut Schütter steht die „Global Sumud Flotilla“ stellvertretend für eine Welt, die zunehmend zum Opfer einer „sich ausbreitenden kolonialen Besatzung“ und der „imperialen Unterdrückung der Epstein-Klasse“ wird, während letztere „getrieben wird von ihrer zionistischen Ideologie und den Zwängen des Kapitalismus“. In einem anderen Ausschnitt erklärt Schütter, in einem scheinbaren Widerspruch, dass der „koloniale Kern“, der offenbar auch sein Land, Österreich, umfasst, für die Ausbreitung „der Verbrechen und des Terrors“ [der „Epstein-Klasse und ihrer zionistischen Ideologie“] mitverantwortlich ist, weil der „koloniale Kern“ diese „Barbarei“ nicht stoppt. Dazu Schütter: „An dieser Degeneration unserer Gesellschaft beteiligen wir uns nicht.“ Schütter hat damit gedanklich den nächsten Schritt vollzogen: Der Staat Israel, dessen Namen er, möglicherweise bewusst, über weite Strecken nicht in den Mund nimmt, ist in Schütters Weltanschauung nicht mehr bloß Teil bzw. Außenposten des „kolonialen Kerns“, sondern mittlerweile eine Bedrohung sogar für den „kolonialen Kern“ selbst geworden - und damit für die gesamte Menschheit. Diese postulierte globale Bedrohung durch die „Epstein-Klasse“ und ihrer „zionistischen Ideologie“ hebt somit auch das Machtgefälle zwischen dem „kolonialen Kern“ und der „indigenen Bevölkerung des besetzten Palästina“ auf, da diese beiden Gruppen, laut Schütter, jetzt in Solidarität gegen eine angeblich global ausgeübte „zionistische imperialistische Unterdrückung“ ankämpfen müssen [Schütter: „für meinen Geschmack am liebsten in revolutionären sozialistischen Organisationen“], um eine Zukunft der Menschheit in Freiheit und Frieden noch zu retten - bevor es zu spät ist.

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Der österreichische Ex-Skirennläufer und Aktivist Julian Schütter ist auch an der Neuauflage der „Global Sumud Flotilla“ (ursprünglich) in Richtung Gaza beteiligt, und er nutzt diese Gelegenheit, um sein Publikum mit einem Update seiner Weltanschauung und seiner Mission zu versorgen. Laut Schütter steht die „Global Sumud Flotilla“ stellvertretend für eine Welt, die zunehmend zum Opfer einer „sich ausbreitenden kolonialen Besatzung“ und der „imperialen Unterdrückung der Epstein-Klasse“ wird, während letztere „getrieben wird von ihrer zionistischen Ideologie und den Zwängen des Kapitalismus“. In einem anderen Ausschnitt erklärt Schütter, in einem scheinbaren Widerspruch, dass der „koloniale Kern“, der offenbar auch sein Land, Österreich, umfasst, für die Ausbreitung „der Verbrechen und des Terrors“ [der „Epstein-Klasse und ihrer zionistischen Ideologie“] mitverantwortlich ist, weil der „koloniale Kern“ diese „Barbarei“ nicht stoppt. Dazu Schütter: „An dieser Degeneration unserer Gesellschaft beteiligen wir uns nicht.“ Schütter hat damit gedanklich den nächsten Schritt vollzogen: Der Staat Israel, dessen Namen er, möglicherweise bewusst, über weite Strecken nicht in den Mund nimmt, ist in Schütters Weltanschauung nicht mehr bloß Teil bzw. Außenposten des „kolonialen Kerns“, sondern mittlerweile eine Bedrohung sogar für den „kolonialen Kern“ selbst geworden - und damit für die gesamte Menschheit. Diese postulierte globale Bedrohung durch die „Epstein-Klasse“ und ihrer „zionistischen Ideologie“ hebt somit auch das Machtgefälle zwischen dem „kolonialen Kern“ und der „indigenen Bevölkerung des besetzten Palästina“ auf, da diese beiden Gruppen, laut Schütter, jetzt in Solidarität gegen eine angeblich global ausgeübte „zionistische imperialistische Unterdrückung“ ankämpfen müssen [Schütter: „für meinen Geschmack am liebsten in revolutionären sozialistischen Organisationen“], um eine Zukunft der Menschheit in Freiheit und Frieden noch zu retten - bevor es zu spät ist.

Nikolaus Wildner

21,140 görüntüleme • 1 ay önce

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Woran liegt es, dass die bloße Übersetzung einer arabischsprachigen Aufschrift auf einem der Boote der sogenannten „Global Sumud Flotilla“ bei manchen Empörung, Frust und Wut auszulösen scheint? Wenn man die Botschaft der Aufschrift (ein religiös konnotierter Boykott- und impliziter Kampfaufruf gegen Israel) teilt, sollte man imstande sein, sich zu ihr zu bekennen, und wenn man sie ablehnt, sich gegen sie auszusprechen. Man könnte sie auch kommentarlos zur Kenntnis nehmen. Diejenigen, für die keine der genannten Optionen infrage kommt, scheinen zu glauben, dass sie der palästinensischen Sache dadurch dienen, dass sie sich *gegen* einen Diskurs über innerpalästinensische Positionen einsetzen. Geleitet scheint diese Form von Aktivismus von dem Gedanken, dass Palästinenser/Araber/Muslime nur *eine* Stimme und Position haben (bzw. haben dürfen) - und dass diese Position das Wohlergehen der Palästinenser ursächlich an den Niedergang Israels zu knüpfen hat. Auch wenn die Position zB der Hamas genauso lautet, ist dieser Gedanke doch alles andere als repräsentativ für *alle* Palästinenser, von denen auch sehr viele (wie ich tagtäglich miterlebe) in allererster Linie an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und an einem guten Leben (in Gaza, im Westjordanland, in Jerusalem und als israelische Staatsbürger in Israel) interessiert sind, und dabei auch verstehen, dass ihr Leben immer einen gewissen Bezug zu Israel haben wird - egal, ob sie das wollen oder nicht. Ein möglicher Umgang mit diesem Umstand besteht in der Auffassung, dass der Versuch, das Vertrauen der jüdischen Israelis zu gewinnen, der palästinensischen Sache mehr dienen könnte, als der Versuch, gegenüber Israel eine ständige Drohkulisse der Vernichtung aufrechtzuerhalten. Einer, der versucht, die erstgenannte Sicht in der palästinensischen Innenpolitik zu etablieren, ist der Fatah-Politiker und Mahmoud Abbas-Gegner Samer Sinijlawi. Von der traditionellen palästinensischen Position, die sich von einer Verunsicherung und Schwächung Israels Vorteile verspricht, profitiert nicht nur, u.a., die Hamas, sondern auch die extremistischsten Politiker auf israelischer Seite. Israels Finanzminister Betzalel Smotrich etwa hat schon lange vor dem 7.10.2023 davon gesprochen, wie sehr die Hamas-Herrschaft in Gaza sein Ziel, palästinensische Selbstbestimmung zu verhindern, begünstigt. Politiker wie Betzalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir haben immer offen gefordert, das Westjordanland und Gaza an Israel zu annektieren und Wege zu finden, die palästinensische Bevölkerung von dort zur Emigration zu bewegen bzw. zu drängen. Seit dem 7.10.2023 erkennen sie zunehmend Möglichkeiten, diese Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Betzalel Smotrich fürchtet dabei auch weder Druck von Seiten der Palästinenser, noch durch die Internationale Gemeinschaft, sondern versucht für gewöhnlich beides zur Umsetzung seiner Politik zu nutzen, wie er gerade erst in seiner Reaktion auf einen gegen ihn ausgestellten IStGH-Haftbefehl gezeigt hat. Anders als ausländische Aktivisten, die ihr Interesse an diesen Vorgängen jederzeit auch wieder verlieren können, müssen palästinensische - und israelische (jüdische und arabische) - Menschen mit den Folgen dieser Vorgänge fertigwerden und ihr Leben nach ihnen ausrichten. Dementsprechend sollte jede/r Aktivist/in ihrem/seinem Bestreben genau überlegen und prüfen, wen oder was sie/er durch ihren/seinen Aktivismus eigentlich unterstützt und begünstigt und welche Folgen das für tatsächlich Beteiligte haben könnte. Sich an Journalisten wie mir und manchen meiner KollegInnen, die sich beruflich mit diesen Zusammenhängen beschäftigen, auf einer Online-Plattform abzureagieren ist in diesem Zusammenhang nicht mehr als eine kurzfristige Ersatzhandlung, die weder uns und unsere Arbeit, noch die Vorgänge in der realen Welt beeinflusst.

Nikolaus Wildner

11,556 görüntüleme • 22 gün önce

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