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Clipe euch hier mal eine eher ungewöhnliche Stelle aus dem Gespräch von Ben Berndt mit Zertifikatsmaurer Aron Pielka – und zwar das finale Statement von Ben. Es wird einfach so klar, dass wir das auf unserer Seite haben, womit früher die links-alternativen Kreise die Jugend und breite Teile der...

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Für unsere jesidischen Frauen und Mädchen ist niemand aufgestanden oder auf die Straße gegangen. Im Gegenteil: Weil wir es als Menschenrechtsorganisation, die auf der Asche des Völkermords gegründet wurde, wagen die Menschenrechtsverbrechen, Vergewaltigungen und Gräueltaten der IS Mörderbanden und die islamistische Ideologie, die diesem Völkermord zugrunde liegen, klar zu benennen, werden WIR zu Täterinnen gemacht und weiter entmenschlicht. Nicht im Irak, nicht in Syrien, sondern hier in Deutschland. Der Genozid an unserer Religionsgemeinschaft begann mit der Entstehung von Feindbildern. Das ist immer die erste Stufe von Völkermord. Hier müssen wir bereits ansetzen. Wir schulden diesen unschuldigen Kindern und Vergewaltigungsopfern, dieselbe Solidarität wie allen anderen Menschengruppen auch. Wir sind gerade mal 1 Million Jesiden weltweit. Würden wir nicht selber für uns einstehen und aufstehen, hätte niemand erfahren, was mit uns passiert ist. Bitte unterstützt uns alle dabei. Steht für uns auf, verteidigt uns, wenn sich anti jesidischer Rassismus breit macht, online und offline. Auch wenn dieser Prozess am Oberlandesgericht München alte Wunden der jesidischen Gemeinschaft aufreißt, ist dieser Prozess von unschätzbarem Wert. Es ist wichtig, dass die Gräueltaten an deutschen Gerichten in der Anklageschrift verlesen werden. Nur so wechselt die Scham die Seiten. Es wird Zeit, der Straflosigkeit an den Jesiden ein Ende zu setzen. Nie standen wir mit unserer Arbeit so im Feuer wie jetzt. Wir werden endlich gehört. Niemand wird es schaffen, dass wir noch einmal schweigen. Unsere mutigen Frauen aus IS Gefangenschaft haben es vorgemacht: Ohne die tapfere Nebenklägerin, die einst eine der beiden Gefangenen Vergewaltigungsopfer war, würde es keinen Prozess geben. Sie wird aussagen gegen ihre ehemaligen Peiniger. Das Mindeste, was wir leisten können, ist hinzuschauen. Mehr Informationen zu dem Thema 👉🏼 HAWAR.help Danke an WELT für das Gespräch.

Düzen Tekkal

12,776 Aufrufe • vor 1 Jahr

Vortrag Harald Lesch Eine Mischung aus erschreckend und unfreiwillig komisch: Auf der einen Seite steht die Wissenschaft, die uns seit Jahrhunderten Fortschritt ermöglicht. Auf der anderen Seite Menschen, die dieser Wissenschaft genau dann misstrauen, wenn es um den Klimawandel geht – weil Geld, Bequemlichkeit und schlichte Dummheit im Spiel sind. Fakt ist: Wir sägen an unserer eigenen Lebensgrundlage, während einige so tun, als gäbe es das Problem gar nicht. Und am Ende entscheidet nicht Vernunft, sondern Geld. Kommentar zum Vortrag von Harald Lesch (OK Mainz) Harald Lesch gelingt etwas, was selten ist: Er schafft es, wissenschaftliche Fakten verständlich zu erklären, sie mit Humor zu versehen – und gleichzeitig die ganze Dramatik unserer Lage sichtbar zu machen. Sein Ausgangspunkt ist bestechend logisch: Seit über 400 Jahren baut unsere moderne Welt auf einem wissenschaftlichen Zugang zur Natur. Theorien, Modelle, Messungen und Experimente haben uns Technologien beschert, die wir alle selbstverständlich nutzen. Laseroperationen retten uns das Augenlicht. Flugzeuge und Züge bringen uns mit rasanter Geschwindigkeit um den Globus. Smartphones ermöglichen Kommunikation über Kontinente hinweg. Niemand stellt das ernsthaft infrage. Doch sobald dieselbe Wissenschaft uns sagt: So könnt ihr nicht weitermachen, sonst zerstört ihr eure Lebensgrundlagen, wird gezweifelt, abgewunken oder ins Lächerliche gezogen. Das ist die Absurdität, die Lesch herausarbeitet: Wir vertrauen der Wissenschaft blind, wenn es angenehm und bequem ist, aber wir misstrauen ihr sofort, wenn sie unbequeme Wahrheiten präsentiert. Besonders eindrücklich ist seine Kritik an Verschwörungsmythen. Wenn Menschen glauben, Regierungen könnten Hurrikans „erzeugen“, zeigt das eine Abkopplung von der Realität, die kaum noch zu fassen ist. Es ist auf eine schräge Art komisch, aber in Wahrheit brandgefährlich. Denn dieselben Mechanismen sorgen auch dafür, dass Klimafakten geleugnet und ins Gegenteil verkehrt werden. Hier kommen Bequemlichkeit, wirtschaftliche Interessen – und leider auch blanke Dummheit – zusammen. Wer ernsthaft behauptet, CO₂-Moleküle würden nur aus „politischen Gründen“ Infrarotstrahlung aufnehmen, oder Eis schmelze wegen „ideologischer Entscheidungen“, der verabschiedet sich aus der Welt der Vernunft. Trotzdem finden solche Behauptungen im Netz ihr Publikum, verstärkt durch Kanäle, die gezielt Desinformation streuen. Und genau da liegt die Gefahr: Wir wissen längst, was Sache ist. Wir kennen die Fakten, wir sehen die Folgen. Aber anstatt entschlossen zu handeln, verstricken wir uns in Debatten, die längst entschieden sind. Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen – und tun dabei so, als sei das alles nur ein Trick der „anderen Seite“. Leschs Appell ist deshalb so wichtig: Nicht aufhören, immer weitermachen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Journalistinnen und Journalisten, Bürgerinnen und Bürger – wir alle müssen dranbleiben. Es geht nicht nur um eine Debatte, es geht um unsere Lebensgrundlage. Fazit: Der Vortrag ist informativ, erschreckend und stellenweise komisch. Aber er ist vor allem ein Weckruf. Wir haben keine Ausrede mehr, so zu tun, als wüssten wir es nicht. Link zum gesamten Video. Äußerst sehenswert:

Schlafsheep 📯🇩🇪🇪🇺🇺🇦🌻

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Anthony Lee auf 180 – mit Einblicken die man von der Presse nicht erfährt. Die Frage: Wie es so weit kommen konnte, lässt sich im Prinzip ganz einfach beantworten. Ein ganzes Volk hat 30 Jahre geschlafen, und es verabsäumt der Politik auf die Finger zu sehen, und Grenzen zu ziehen. Ein Land im Dornröschenschlaf, weil eine große Mehrheit der Menschen, Demokratie für etwas selbstverständliches hielt, und hält. Und genau das fällt uns nun gewaltig auf die Füße. Über Jahrzehnte hat die Politik, das Bildungswesen, das Gesundheitswesen verwahrlosen lassen, und wir haben geschwiegen, und damit „Ja“ gesagt. Wie wir auch geschwiegen haben, dass das Rentenalter immer höher, und die Renten immer niedriger angesetzt wurden. Wir haben geschwiegen als Hartz4 eingeführt wurde. Hartz4, die Basis um den Niedriglohnsektor einzuführen, und vormals starke Arbeitnehmer, maßlos zu schwächen. Wir haben geschwiegen als in den Unis, nicht mehr Wissen schaffen im Vordergrund stand, und steht, sondern die Quantität der Drittmittelbeschaffung. Wir haben geschwiegen als in weiten Teilen die Löhne stagnierten, um den Exportweltmeister zu geben. Wir haben geschwiegen, als eine Wahl wiederholt werden musste, die einer Fr. Merkel nicht passte. Und wir haben geschwiegen, als eine Frau Merkel mit dem Wort „alternativlos“ ums Eck kam. Wer keine Alternative hat, hat keine Wahl. Spätestens nächstes Jahr werden wir sehen, was es bedeutet keine Wahl zu haben.

eusebia neuner

28,440 Aufrufe • vor 2 Jahren