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Kerkeling als Bundespräsident, Kerkeling als Experte in einer AfD-Verbots-Anhörung, die Realität stiehlt Komikern hierzulande echt die Arbeit, aber vielleicht erbarmt sich ja doch bald jemand und zieht das AfD-Verbotsverfahren endlich durch, bevor alle den Restverstand verlieren

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Wer Kerkelings Satz über „Buchenwald“ isoliert, lässt einen wesentlichen Teil seiner Argumentation weg. In der Anhörung im Thüringer Landtag berichtet Kerkeling zunächst von einem Kommentar zu einem Foto von ihm und Karl Lauterbach: „Zwei, die ins Konzentrationslager gehören.“ Danach: „Die blaue Welle rollt. Am Schluss werden sie euch alle richten.“ Kerkeling sagt ausdrücklich, der Verfasser sei „offensichtlich ein Anhänger, vermutlich kein Mitglied der AfD“. Er behauptet also gerade nicht, ein AfD-Funktionär habe das geschrieben. Und dann kommt sein eigentlicher Vorwurf: Warum greift eine demokratische Partei bei solcher Rhetorik nicht mäßigend ein? Warum widersprechen führende AfD-Politiker solchen Äußerungen nicht eindeutig? Warum nutzt die Partei selbst in dieser Anhörung nicht die Gelegenheit, sich von NS-Verharmlosung unmissverständlich zu distanzieren? Erst in diesem größeren Zusammenhang fällt an anderer Stelle derselben Anhörung Kerkelings drastischer Satz zum AfD-Slogan „Alles ist möglich“: Bei einer Partei, bei der „alles möglich“ sei, sei „unter Umständen auch Buchenwald möglich“. Das ist eine harte historische Warnung. Man kann sie für überzogen halten. Aber daraus zu machen, Kerkeling habe schlicht gesagt „AfD = NSDAP“, gibt seine Argumentation nicht korrekt wieder. Und auch Kerkelings letzter Schluss muss getrennt betrachtet werden: Dass Schweigen die „Verfassungswidrigkeit“ der AfD beweise, ist seine politische Wertung – juristisch beweist Schweigen allein selbstverständlich keine Verfassungswidrigkeit. Darüber entscheidet nach Art. 21 GG das Bundesverfassungsgericht. Der relevante Streitpunkt ist also nicht, ob Kerkeling die AfD eins zu eins mit der NSDAP gleichgesetzt hat. Das hat er so nicht gesagt. Der Streitpunkt ist, ob seine aus dem Verhalten und der Rhetorik im AfD-Umfeld gezogene historische Warnung berechtigt ist. Für mich beweist die AfD durch ihr Verhalten tagtäglich, dass Hape recht hat. Quellen: vollständiger Kontext der Anhörung im Thüringer Landtag, MDR Thüringen; Deutschlandfunk, 30.09.2026; WELT-Dokumentation der Kerkeling-Anhörung und der „Buchenwald“-Passage.

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