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Wieso darf man am Automaten Zigaretten kaufen, aber kein Bier? Franz Schellhorn über eine Frage, die der Verwaltungsgerichtshof gerade sehr praktisch beantwortet hat: Seit April dürfen unbetreute Automatenshops keinen Alkohol mehr verkaufen, weil sie rechtlich kein "Betriebsraum" sind. Betreibern drohen jetzt Strafen bis 2.180 Euro, in mehreren Bundesländern laufen bereits Verfahren. Der Jugendschutz wird als Begründung ins Feld geführt – klingt nur ziemlich hohl, wenn genau am selben Automaten weiterhin Zigaretten zu haben sind. Wer offenbar zu unmündig fürs Bier ist, gilt beim Nikotin plötzlich als vollkommen entscheidungsfähig. Der Geruch von Lobbyismus liegt in der Luft... Der Staat greift jedenfalls in immer mehr Lebensbereiche ein und gibt vor wie wir leben sollen. Was wir schauen, wird mit einer Streaming-Abgabe verteuert. Wie viel wir bestellen, mit einer Paketabgabe. Über jedes Preisschild im Supermarkt wird eine hitzige Debatte geführt, während die wirklich großen Themen liegen bleiben. Der Staat will erziehen, lenken, bepreisen – nur bei der Konsolidierung des Budgets, der Entlastung des Arbeitsmarkts oder der Reform des Pensionssystems fehlt exakt dieser Elan.

Wieso darf man am Automaten Zigaretten kaufen, aber kein Bier? Franz Schellhorn über eine Frage, die der Verwaltungsgerichtshof gerade sehr praktisch beantwortet hat: Seit April dürfen unbetreute Automatenshops keinen Alkohol mehr verkaufen, weil sie rechtlich kein "Betriebsraum" sind. Betreibern drohen jetzt Strafen bis 2.180 Euro, in mehreren Bundesländern laufen bereits Verfahren. Der Jugendschutz wird als Begründung ins Feld geführt – klingt nur ziemlich hohl, wenn genau am selben Automaten weiterhin Zigaretten zu haben sind. Wer offenbar zu unmündig fürs Bier ist, gilt beim Nikotin plötzlich als vollkommen entscheidungsfähig. Der Geruch von Lobbyismus liegt in der Luft... Der Staat greift jedenfalls in immer mehr Lebensbereiche ein und gibt vor wie wir leben sollen. Was wir schauen, wird mit einer Streaming-Abgabe verteuert. Wie viel wir bestellen, mit einer Paketabgabe. Über jedes Preisschild im Supermarkt wird eine hitzige Debatte geführt, während die wirklich großen Themen liegen bleiben. Der Staat will erziehen, lenken, bepreisen – nur bei der Konsolidierung des Budgets, der Entlastung des Arbeitsmarkts oder der Reform des Pensionssystems fehlt exakt dieser Elan.

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Pensionen: Kickl verspricht, was das Volk hören will Herbert Kickl will das Pensionsantrittsalter nicht erhöhen. Stattdessen glaubt er, das Pensionsproblem mit Wirtschaftswachstum, mehr Beschäftigung und einer höheren Geburtenrate lösen zu können. Das Problem: Diese Rechnung geht sich nicht aus. Die Pensionslücke beträgt bereits heute rund 34 Milliarden Euro pro Jahr – mehr als doppelt so viel wie die gesamten Bildungsausgaben des Bundes. Bis 2031 könnte sie auf 41 Milliarden Euro ansteigen. Schon 2017 kamen auf einen Pensionisten nur rund 1,7 Erwerbstätige. 2035 werden es weniger als 1,5 sein, 2050 weniger als 1,3. Immer weniger Erwerbstätige müssen also für immer mehr Pensionisten aufkommen, die gleichzeitig immer länger in Pension verbringen. Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung wären natürlich wünschenswert. Aber konkrete Pläne, wie damit die Pensionslücke in der nötigen Größenordnung geschlossen werden soll, präsentiert Kickl nicht. Auch die Geburtenrate wird das Problem nicht rechtzeitig lösen: Selbst wenn Österreich plötzlich deutlich mehr Kinder bekommen würde, stünden diese dem Arbeitsmarkt frühestens in rund 20 Jahren zur Verfügung. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen aber jetzt in Pension und verlassen den Arbeitsmarkt. Sie werden Österreichs Pensionssystem noch über viele Jahre belasten – und können durch zusätzlichen Nachwuchs, der erst Jahrzehnte später ins Erwerbsleben eintritt, nicht aufgefangen werden. Genau deshalb braucht es Reformen. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter muss schrittweise auf 67 Jahre angehoben und anschließend an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Der FPÖ-Chef traut sich nicht an die Pensionen, Österreichs Zukunft tut er damit keinen Gefallen.

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