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𝗘𝘅𝗸𝗹𝘂𝘀𝗶𝘃: ⚡️ 𝗨𝗹𝗿𝗶𝗰𝗵 𝗦𝗶𝗲𝗴𝗺𝘂𝗻𝗱 𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗖𝗗𝗨-𝗦𝗸𝗮𝗻𝗱𝗮𝗹 Mit scharfen Worten reagiert AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf die umstrittenen Äußerungen von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. Der CDU-Politiker hatte erklärt, im Fall einer Wahlniederlage keine Ministerpräsidentenwahl ansetzen zu wollen. Im Interview mit AUF1 sagt Siegmund: 𝗗𝗶𝗲 𝗔𝘂𝘀𝘀𝗮𝗴𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗦𝗰𝗵𝘂𝗹𝘇𝗲 𝗵𝗮𝘁 𝗺𝗶𝘁 𝗗𝗲𝗺𝗼𝗸𝗿𝗮𝘁𝗶𝗲 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁𝘀...

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«Wie bei Ihrer Veranstaltung. Einer der Einheizer ruft „Sieg“, und die Menge ruft „Mund“. «Das hab ich aber auch nicht gerufen. Und was ist an meinem Namen falsch?,» antwortet Ulrich Siegmund im POLITICO Berlin Playbook - Interview. Die weiteren Minuten im Ausschnitt gehen um genau dieses Momentum, das seit ein paar Stunden medial skandalisiert wird. Dabei wird man insgesamt das Gefühl nicht los, dass Gordon Repinski extra nach Magdeburg gereist ist, ausschließlich mit dem Ziel, genau jene belastbaren Worte aus einem der aktuell beliebtesten AfD-Politiker rauszukitzeln, um sie dann wie so oft passend einzurahmen, um wie so oft zu sagen - ganz schlimme Jungs die in der AfD. Richtig einordnen, damit der Leser und Zuhörer richtig (!) versteht. Denn losgelöst vom Schuldkult - was ist so falsch an der höchst persönlichen Auffassung, man maße sich keine Bewertung eines historischen Großverbrechens an. Im gesagten Kontext sowieso. Weiß der Journalist denn nicht, dass es noch weitere, lokale Massenmorde in der Geschichte gab? Die Gulags von Josef Stalin, um nur ein Beispiel von ziemlich vielen zu nennen. Auch dort sind Juden umgekommen, die sich gegen das Regime aufbrachten - wenn es dem Journalisten ausschließlich um das Verbrechen an Juden gehen sollte. Ja, sicherlich weniger an der Anzahl. Wäre das laut Journalist weniger schlimm als das, was in den 1930er/40er Jahren im damals Deutschen Reich passiert ist, weil es eben mehr waren? Ist weniger also weniger wert? Ich denke, genau das meinte Siegmund: Wo fängt‘s an, wo hört‘s auf. Wer bewertet und woran gemessen? Siegmund sagt doch, dass das als «Tiefpunkt unserer Geschichte betrachtet werden muss» - was bitte will man mehr an Annahme? Und wieso belehrt der Journalist den Interviewten mit Worten wie «Herr Siegmund, also bitte.» Wieso ist das Gespräch - ein «entspannter» Spaziergang - massiv in die Gleise gepresst? Für den Regen sei Siegmund auch noch verantwortlich, spaßt der Journalist. Ein Seitenhieb? Weil es laut AfD den Klimawandel in der Form, wie das allgemein gesehen wird, nicht gibt. Und es regnet ja mehr, je wärmer es wird - so in etwa der Journalist, der auf einmal nicht mehr nur Historiker, sondern auch Klimaforscher ist. Aber gut. Respektieren wir die individuelle Interviewführung. Ist ja letztlich auch Geschmacksache. Fazit: Was offenkundig viele Medienmenschen und Politiker nicht wahrhaben wollen: Die Bürger sind müde vom Bourgeoise - Geschwätz, von Feinheiten, vom Aufpassen in der Sprache. Zumal es nur für die «eine» Seite gilt. «Deutschland verrecke» ist ja absolut okay, wie Siegmund als Beispiel richtig anbringt. Jedenfalls verkörpert die AfD genau jenen einfachen Bürger, ohne Schnickschnack, ohne Stuckrethorik. Ja, unprofessionell. Ja, in der Sprache nicht edel genug. Mag sein. Aber wie prollo ist es denn bitte, genau darauf rumzureiten?!

Jana

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Video: „Deutschland einig Vaterland“ als Schlachtruf gegen die SED. Für Aufregung haben Mitschnitte gesorgt, die zeigen, wie AfD-Chef Tino Chrupalla bei der DDR-Hymne mitsingt. Zugetragen hat sich die Szene bei einer Wahlkampfveranstaltung im sachsen-anhaltischen Dessau-Roßlau. Ob auch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit eingestimmt hat, ist nicht belegt. Es ist auch nicht wichtig, denn es handelt sich um keinen Skandal, höchstens um eine Skurrilität. Zu sehen ist, wie Chrupalla fröhlich sagt: „Wir wollen noch die Nationalhymne singen. Das machen wir noch. Das machen wir immer in Sachsen-Anhalt, genau.“ Den mit auf der Bühne stehenden Kabarettisten Uwe Steimle fordert er auf: „Uwe, du stimmst jetzt mal die deutsche Nationalhymne an. Kennst du die?“ Doch der 63-jährige Künstler beginnt, die DDR-Hymne zu singen: „Auferstanden aus Ruinen…“ Chrupalla reagiert: „Die andere!“ und lacht. Später stimmt er lachend mit ein. Textsicher scheint er jedoch nicht zu sein. Hymne wurde zum Synonym des Untergangs der DDR Warum ist es kein Skandal? Bereits Anfang der 1970er Jahre hatte die DDR den Text von Johannes R. Becher defacto verboten. Er durfte nicht mehr gesungen werden, weil er der SED-Führung zu gesamtdeutsch patriotisch war. Fortan wurde nur noch die von Hanns Eisler komponierte Melodie gespielt. Ein Staat, der den Text seiner eigenen Hymne verbot, demaskierte sich selbst. Stein des Anstoßes waren vor allem die Verse, die direkt nach der ersten Zeile folgten: „Lass uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland. Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint, denn es muss uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint.“ Der Text hat sich vielmehr zum Synonym für den Untergang der sozialistischen Diktatur entwickelt und ist seitdem positiv besetzt. Beim Sturz des SED-Regimes 1989 und den Demonstrationen für die Wiedervereinigung 1990 entdeckten nämlich die DDR-Bewohner in allen Städten den Text wieder.

Der Kollwitz

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Guten Morgen vom »Frühstücksfernsehen« sehr geehrter Herr Gordon Repinski, guten Morgen POLITICO. Ich will es kurz machen: Sie haben sich mit Ihrer gestrigen Berichterstattung über AfD-Politiker Ulrich Siegmund blamiert. In ihrem ach-so-kritischen Interview sagt Siegmund nämlich, die Jahre 1933 bis 1945 seien »ein Tiefpunkt unserer Geschichte«, der auch »so historisch gelehrt werden muss«. Als Sie dann unterbrechen und fragen, ob dies das schlimmste Menschheitsverbrechen sei, erwidert Siegmund: »Das maße ich mir nicht an zu bewerten, weil ich die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten kann und man aus allen Verbrechen dieser Menschheit lernen muss, genauso aus diesem, wie aus vielen anderen auch.« Dies ist eine diskutable, aber völlig legitime Aussage angesichts von Todeszahlen von Stalin, Mao, Kommunismus-Geschichte, Dschingis Khan und etlichen anderen historischen Schreckenskapiteln. Aber auch hier sagt Siegmund, dass man aus dem NS-Regime lernen müsse. Im Anschluss daran zieht Siegmund eine Parallele zur aktuellen politischen Lage, wonach Verbotsgelüste der umfragestärksten Partei ein totalitärer Moment seien, was lustigerweise im Gespräch von Ihnen gänzlich ignoriert wird – und auch im Artikel keine Erwähnung findet. Die entscheidenden Sätze zum Holocaust werden in Ihrem Artikel aber einfach unterschlagen und BEWUSST nicht zitiert, was nicht nur Clickbait ist, weil es einen Spitzenkandidaten auf Landesebene wie einen Holocaustleugner klingen lässt, sondern auch verleumdend, weil relevante entlastende Passagen ganz bewusst außen vor gelassen werden. Am Ende bleibt ein Interviewsegment, in dem Sie acht Minuten lang mit Suggestivfragen framen möchten, auf Grundlage von »Alles für Deutschland«-Zitaten und Begriffen wie »ethnischer Säuberung« etwas konstruieren wollen, was schlicht nicht wahr ist, – und schlussendlich Ihren Gesprächspartner in einem Artikel ganz bewusst missverständlich zitieren. Geht gar nicht, sorry.

Jan A. Karon

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